Mietrendite berechnen: Brutto, Netto und Eigenkapitalrendite verständlich erklärt
Mietrendite berechnen leicht gemacht: So ermitteln Sie Brutto-, Netto- und Eigenkapitalrendite einer Immobilie und bewerten ein Investment realistisch.
Auf einen Blick: Wer die Mietrendite berechnen möchte, sollte drei Kennzahlen kennen: die Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis), die aussagekräftigere Nettomietrendite (nach Kaufnebenkosten und nicht umlagefähigen Kosten) und die Eigenkapitalrendite (bezogen auf das eingesetzte Eigenkapital). Erst die Nettobetrachtung zeigt, ob sich ein Investment wirklich lohnt.
Gliederung
- Warum die Mietrendite wichtig ist
- Bruttomietrendite berechnen
- Nettomietrendite berechnen
- Eigenkapitalrendite
- Praxisbeispiel
- Einordnung
- Checkliste
- Häufige Fragen
Warum die Mietrendite wichtig ist
Die Mietrendite ist die zentrale Kennzahl, um den Ertrag einer vermieteten Immobilie zu bewerten und Objekte miteinander zu vergleichen. Sie setzt die Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Kapitaleinsatz. Wer nur auf den Kaufpreis oder die Lage schaut, verliert leicht den Blick dafür, ob sich das Objekt rechnet. Wichtig ist, nicht bei der einfachen Bruttobetrachtung stehen zu bleiben.
Bruttomietrendite berechnen
Die Bruttomietrendite ist die einfachste Kennzahl:
Bruttomietrendite (%) = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100
Sie eignet sich für einen schnellen ersten Vergleich, blendet aber Kaufnebenkosten und laufende Kosten aus. Deshalb fällt sie stets zu optimistisch aus und sollte nie die alleinige Entscheidungsgrundlage sein.
Nettomietrendite berechnen
Die Nettomietrendite ist deutlich aussagekräftiger, weil sie die tatsächlichen Kosten einbezieht:
Nettomietrendite (%) = (Jahreskaltmiete − nicht umlagefähige Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100
Zu den Kaufnebenkosten zählen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine etwaige Maklerprovision – zusammen häufig rund 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Nicht umlagefähige Kosten sind zum Beispiel Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage und das Mietausfallwagnis. Diese Größe zeigt realistisch, was von der Miete tatsächlich als Ertrag übrig bleibt.
Eigenkapitalrendite
Wird die Immobilie mit einem Kredit finanziert, ist die Eigenkapitalrendite entscheidend. Sie bezieht den Überschuss nach Zins und Kosten auf das eingesetzte Eigenkapital:
Eigenkapitalrendite (%) = (Jahresmietüberschuss − Kreditzinsen) ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100
Durch den sogenannten Leverage-Effekt kann Fremdkapital die Eigenkapitalrendite erhöhen, solange die Objektrendite über dem Kreditzins liegt – umgekehrt wirkt der Hebel bei steigenden Zinsen negativ.
Praxisbeispiel
Eine Eigentumswohnung kostet 250.000 Euro, die Kaufnebenkosten betragen 12 Prozent (30.000 Euro). Die Jahreskaltmiete liegt bei 12.000 Euro, die nicht umlagefähigen Kosten bei 2.000 Euro.
- Bruttomietrendite: 12.000 ÷ 250.000 × 100 = 4,8 %
- Nettomietrendite: (12.000 − 2.000) ÷ (250.000 + 30.000) × 100 = 10.000 ÷ 280.000 × 100 = 3,6 %
Die Nettobetrachtung liegt also spürbar unter der Bruttorendite – ein typischer Effekt, den viele Käufer unterschätzen.
Einordnung
Welche Rendite „gut" ist, hängt von Lage, Zustand, Zinsniveau und Risikoprofil ab. In sehr gefragten Lagen sind die Renditen oft niedriger, dafür sind Wertsteigerung und Vermietbarkeit stabiler. In einfacheren Lagen locken höhere Renditen, meist verbunden mit höherem Leerstands- und Instandhaltungsrisiko. Die Kennzahl ersetzt keine Gesamtbetrachtung aus Wertentwicklung, Steuern und Finanzierung.
Checkliste
- [ ] Jahreskaltmiete und Kaufpreis sauber erfassen
- [ ] Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler) einrechnen
- [ ] Nicht umlagefähige Kosten und Instandhaltungsrücklage berücksichtigen
- [ ] Netto- statt nur Bruttomietrendite betrachten
- [ ] Bei Finanzierung die Eigenkapitalrendite berechnen
- [ ] Lage, Wertentwicklung und Risiko in die Entscheidung einbeziehen
Häufige Fragen (FAQ)
Wie kann ich die Mietrendite berechnen?
Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Aussagekräftiger ist die Nettomietrendite inklusive Kaufneben- und laufender Kosten.
Was ist eine gute Mietrendite?
Das hängt von Lage, Zustand und Zinsniveau ab. Wichtiger als ein fester Wert ist die realistische Nettobetrachtung.
Warum ist die Bruttorendite trügerisch?
Weil sie Kaufnebenkosten und laufende Kosten ignoriert und dadurch zu hoch ausfällt.
Was ist der Leverage-Effekt?
Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite erhöhen, solange die Objektrendite über dem Kreditzins liegt.
Gehört die Wertsteigerung zur Rendite?
Sie ist ein wichtiger Zusatzfaktor, wird aber getrennt von der laufenden Mietrendite betrachtet.
Quellen & Rechtshinweis
- Allgemein anerkannte Berechnungsmethoden der Immobilienbewertung (Brutto-, Netto- und Eigenkapitalrendite)
- Betriebskostenverordnung (BetrKV) zur Abgrenzung umlagefähiger Kosten
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
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